Am besten schmeckt es vom Bauch
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Die große Tischplatte glänzt im Sonnenlicht, welches durch die Wohnzimmerscheibe in den Raum fällt. Glitzernde Sterne spiegeln sich an Decke und Wand, die durch die leichte Bewegung des Fenstervorhanges hin und her schwingen. Mama ist gerade in der Küche und ich sitze in meinem Hochstuhl und warte auf meine heißbegehrte Bratwurst. Der bunte Teller mit dem lustigen Kindergesicht drauf ist leider noch total leer und wartet regelrecht darauf gefüllt zu werden.

Nun, da hilft nur eins: Ich nehme meiner Mama einfach etwas Arbeit ab. Was brauche ich alles zu einer ordentlichen Bratwurst? Das Erste was mir ins Auge fällt ist natürlich mein heiß geliebter Medium-Senf im „Sendung-mit-der-Maus-Glas“. Mama hat zum Glück schon den Deckel abgemacht, so das ich nur noch den Löffel nehmen, ihn tief in das Glas tauchen und wieder heraus ziehen muß. Dann lasse ich ihn mit Schwung auf das Tellerchen ticken und schon verteilt sich der Senf in Form eines großen Kleckses auf meinem Essgeschirr. Das sieht schon ganz gut aus, aber lieber etwas mehr Senf als etwas zu wenig. Also ein zweites Mal den Löffel eintunken und herausziehen, dieses mal scheint er etwas voller zu sein. Egal ich lasse ihn abermals auf den Teller fallen und „platsch“, der Klecks ist größer geworden. Leider aber so groß, dass er über den Tellerrand hinweg geht. Was soll`s, Kleidung ist waschbar.

Als nächstes lächelt mich die Ketchupflasche an. Ich öffne den Deckel der Plastikflasche, drehe die Öffnung nach unten und fange langsam an zu drücken. Nichts geschieht. Ich drücke fester, wieder bleibt die Tomatensoße in der Flasche. Jetzt umschließe ich mit beiden Hände die Flasche um einen finalen Versuch zu starten. Ich nehme all die Kraft meiner kleinen Hände zusammen und presse was das Zeug hält. Jetzt, wie ein Knoten löst sich der Ketchup von der Öffnung. Die rote Soße schießt heraus. Ich erschrecke, ziehe die Flasche zu mir, was zur Folge hat, dass ein gezielter Strahl auf meinem T-Shirt trifft. Ups, das war vielleicht etwas zu viel.
Was meinem Teller jetzt noch fehlt ist eine ordentliche Portion Kartoffelsalat. Der große Suppenlöffel steckt schon in der Schüssel, ich hebe ihn mit aller Kraft und prall gefüllt heraus. Das sieht aber lecker aus. Die kleingeschnittenen Zutaten sind umringt von Mayonnaise. Da könnte ich doch direkt mal einen Happen probieren, bevor er auf dem Teller landet. Der Weg ist der Gleiche. Ich hebe den übervollen Löffel ganz nah an meinen Mund und rieche schon die tollen Gewürze von Mamas Salat. Oben auf der Spitze prangt ein kleines Stückchen Fleischwurst, welches mein Ziel ist. Es ist schon ganz nah an meinem Mund. Ich muss nur noch den Löffel ein wenig kippen und schon … rutsch der gesamte Salatberg vom meinem Löffel genau zwischen meinen Bauch und der Hochstuhlablage. Na schönen Dank, wer braucht schon einen Teller, wenn man auch von der Kleidung direkt essen kann.

In diesem Moment betritt Mama den Raum, die Bratwurst auf einer Gabel aufgespießt und die Augenbrauen vor Schreck hochgezogen. Im nächsten Moment fängt sie herzhaft an zu lachen und sagt „Bevor du das kleine Würstchen isst, müssen wir das Große erst mal umziehen.“ Gut das Papa neulich von dem Baby-Walz Gutschein neue Kinderklamotten für mich gekauft hat.

 

Bis dann, Eure Püppi

Ein Kommentar

  1. Hihi, Du bist toll Ronja! Ich hoffe, mein Eltern bleiben auch so gelassen, wenn ich später auch mal Quatsch mache 😉 Aber ein bißchen dauerts bei mir ja noch…. Ich freu mich Dich Samstag wieder zu sehen und hoffe, dass ich Dich mit meiner Schreierei Gestern nicht erschreckt hab!!! Aber ich MUSSTE unbedingt noch einen Minischluck Milch trinken… Mama hat gemeint, es hat sich wirklich nicht gelohnt, aber mir ging´s danach besser!
    Bis Samstag!

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