Gut, dass Wasser nass ist
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Die letzten Tage haben mir gezeigt, was das Wort „Sommer“ bedeutet. Das war ja erst der dritte Sommer meines Lebens und Mama und Papa haben alles gegeben, um ihn so schön wie möglich zu gestalten. Letztes Jahr konnte ich mal gerade krabbeln und vor zwei Jahren war ich im Sommer noch im Krankenhaus.

Dieses Jahr ist aber alles anders gewesen, ich konnte über die grüne Wiese vor unserem Haus laufen und mit Papa oder Mama fangen spielen. An den heißen Tagen hatte Papa ein Planschbecken aufgebaut und ich habe mit meiner Hello-Kitty-Gießkanne den gesamten Garten und alle nackigen Füße, die mir im Weg standen nass gemacht.
Ich erinnere mich noch mit Wonne an den Moment, als Mama auf dem Badehandtuch, wenige Meter neben meinem Planschbecken, eingenickert war. Papa lag daneben und war in sein dickes Buch vertieft. Obwohl die Beiden von einem großen Sonnenschirm bedeckt waren liefen Mama Schweißperlen an ihrer Stirn herunter. Die Sonne gab an diesem Tag wirklich alles.

Ich wusste, so kann es nicht weitergehen, du musst Mama etwas Abkühlung schenken. Ich inspizierte meine Gießkanne, sie sah schön aus, aber ich merkte sofort, dass sie für mein Vorhaben nicht ausreichte.
Also nahm ich meinen grünen Plastikeimer mit dem roten Henkel. Er war für meine kleinen Hände schon fast zu groß. Ich tauchte ihn in mein Planschbecken. Das Wasser verdrängte den zuvor nur mit Luft gefüllten Raum des Eimers, bis ich mit aller Kraft an dem Henkel zog. Prall gefüllt mit dem kühlen Nass verließ der Eimer das Becken.
Hui, dass er so schwer ist hätte ich nicht gedacht, aber für Mama muss ich mich auch einmal anstrengen. Mit beiden Händen am Henkel und dem Eimer vor dem Bauch machte ich mich auf in Richtung Mama. Kein leichter Weg für mich. Papa hatte in der Zwischenzeit bemerkt, was ich vorhatte und signalisierte mir mit einem Augenzwinkern und einen Fingerzeig Richtung Mama, dass SIE das Ziel sei.
Nur noch wenige Schritte trennten mich von ihr. Ich war bereit Mama von der Tageshitze zu erlösen. Papa hatte sich inzwischen zur Seite gedreht um Mamas „Erlösung“ besser verfolgen zu können. Vor meinem geistigen Auge ließ ich schon das Wasser in einem Schwall auf Mamas Kopf laufen.
Jetzt gleich war es soweit. Vielleicht noch zwei oder drei Schritte, dann … , dann verfängt sich plötzlich einer meiner Pillefüße in Mamas Badehandtuch. Oh,oh! Zwei schnelle, kurze Schritte folgen, bis ich schließlich abrupt stoppen muss. Es geht nicht mehr weiter, meine Beine bleiben an Mamas Hals hängen und ich kippe vorne über. Der volle Eimer geht vorweg in Richtung … Richtung Papa. Der liegt wie versteinert in seiner Seitenlage und regt sich erst , als der Inhalt des Eimers sich über sein Gesicht ergießt.
Mama ist natürlich mittlerweile aufgewacht und kann sich ein grinsen nicht verkneifen, als sie den begossenen Papa sieht. Ich denke mal von seinem nächsten myToys Gutschein kauft er keinen Wassereimer mehr, sondern einen Schlitten.


Bis dann, Eure Püppi!

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